Case Study

Wechsel von CAD und PDM.
Neue Anbindung an das hauseigene ERP

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Maschinenbau. Abteilung Einkauf, Konstruktion und Entwicklung

Wechsel von CAD und PDM bei einem mittelständischen Unternehmen

Das mittelständische Unternehmen bietet seit den 70er Jahren innovative Lösungen in der Fördertechnik. Es hat sich auf die Automatisierung von Logistik - Prozessen spezialisiert, insbesondere für die Textil- und Bekleidungsindustrie, E-Commerce und Automobilhersteller.

Projekt
Wechsel von CAD und PDM bei einem mittelständischen Unternehmen

Kategorie
Maschinenbau. Abteilung Einkauf, Konstruktion und Entwicklung

Aufgaben im Projekt

  • Beratung
  • Konzeption
  • Projektmanagement

Technologien
SolidEdge, RuleDesigner

Das Projekt

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Ausgangslage

Ziel war die Einführung von SolidEdge als neues CAD und RuleDesigner als neues PDM System. Eine automatisierte workflowbasierte Anbindung des neuen PDM an das ERP soll die bisherigen manuellen Tätigkeiten zum Transfer der Informationen überflüssig machen. Zudem sollte das Unternehmen von den zahlreichen verbesserten Features der neuen Werkzeuge profitieren.

 
 
 

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Idee & Konzeption

Erstellung eines Konzeptes für die Migration des Altdatenbestandes (ca. 30.000 Dateien). Zuerst wurden die Anforderungen für das neue CAD- und PDM System erfasst, um die Angebote der neuen Systeme zu vergleichen. Dazu wurden verschiedene komplexere Baugruppen als Referenz verwendet, die als Repräsentanten für übliche Konstruktionen im Unternehmen dienen. Zudem wurden die angestrebten Vereinfachungen durch das neue System erarbeitet und hinsichtlich der Anbindung an die vorhandene Infrastruktur geprüft. So wurde dann z.B. die Variante einer bidirektionale Anbindung an das ERP aus Gründen von Aufwand und Komplexität auch zurückgestellt.

1. Entscheidungsfindung

  • Sichtung und Test verschiedener Anbieter von PDM und CAD Systemen
  • Durchführung der Migration einiger Altdaten als Schablone
  • Passung zur Anforderungsliste

2. Konzeption

  • Anforderungskatalog an neue Systeme
  • Erfassung der Schnittstellen der Bestandssysteme (z.B. ERP, Share Zeichnungsverwaltung)
  • Beschreibung möglicher Varianten bei Übertragung der an das ERP

3. Idee und Lösung

Die Altsysteme von PDM und CAD werden abgelöst. Der Fluss von Informationen aus der Konstruktion findet automatisch seinen Weg in das ERP System, ohne manuelle Intervention.

 
 
 
 
 
 

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Ausführung

1. Entwicklung

  • Erstellung einer detaillierten Spezifikation zur Auftragsprogrammierung zur Übertragung der Daten an Experten des ERP
  • Extraktion von Daten und Metadaten aus den Altsystemen Windchill (.pdf, .step, .x_t)

Massenhafter Export aus Windchill über Creo erfolgte über ein Standard Skript. Damit erhält der Konstrukteur beim Import allerdings nur die Form des Bauteils als tote Geometrie. Es fehlen in der Datei dann aber viele Angaben, wie die Historie der Entstehung, Angaben zu Farbe und Oberfläche, deren Bearbeitung und die Einordnung in das technischen Ordnungssystem. Hier wurde in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen eine Lösung erarbeitet, wie die neu importierte CAD Datei um die vorhandenen Daten aus dem ERP angereichert werden kann, um das Rad nicht wieder neu zu erfinden. Ansonsten landet die Datei mit den zu geringen Angaben wieder im ERP und überschreibt den bisherigen Stand

Jede Konstruktion durchläuft zur Fertigstellung verschiedene Phasen. Diese erstrecken sich vom Konzept zur Geometrieerstellung, die Optimierung, einer Zeichnungserstellung, bis zum Sperren am Ende des Lebenszyklus. Alle Punkte erfordern in der Regel eine Aktion, z.B. der Aufforderung von anderen Personen zur Freigabe als Prototyp oder Serie, einer Prüfung der Zeichnung nach dem Vieraugenprinzip oder einfach der Weiterleitung von Informationen an andere Datenbanken. Alle möglichen Fälle wurden definiert und dann als firmeneigene Prozesse umgesetzt.

Während des Lebenszyklus eines Bauteils ergeben sich stets wiederkehrende Arbeiten, die am besten automatisch vom PDM System ausgeführt werden. Dies sind beispielsweise bei Serienfreigabe die automatische Ableitung eines pdfs der Zeichnung oder einer Step Datei des Bauteils. Wenn eine neuere Version eines Bauteils erstellt wird, benötigt die alte Zeichnung einen Stempel mit z.B. “veraltet”, “zurückgezogen” oder “gesperrt”. Manchmal ist dies nur auch nur die Aktualisierung der Versionsnummer und des neuen Authors. Diese Tätigkeiten erfordern keinen weiteren menschlichen Eingriff, sondern werden nun vollständig vom PDM durchgeführt.

In alten Datenbeständen aus vielen Jahrzehnten gibt es oft mehrere Arten von Konventionen für Bezeichner und wiederkehrenden Begriffe (“Klotz”) mit unterschiedlichster Anwendung. Kein Konstrukteur möchte ein neues Bauteil konstruieren, wenn es schon im großen Bestand existiert. Um so wichtiger ist eine klare Benennung von Bauteilen nach vorgefertigten Stichworten und eine Einsortierung in Kategorien, um vorhandene Konstruktionen schnell einzuschränken und Vorhandenes zu finden. Zudem sollten nach Möglichkeit nicht mehr Normteile in Konstruktionen verwendet werden als nötig, um die Variantenvielfalt zu beschränken. Auch hier ist die Definition eines Standards von zulässigen Schrauben und Freiräumen an bestimmten Baugruppen wichtig.

2. Einführung

  • Organisation der Schulungen in SolidEdge und neuem PDM System
  • Erstellung der neuen Firmenstandards (Normteile, Zeichnungsrahmen)
  • Einpassung des neuen Systems in die firmeneigene Softwarelandschaft
  • Absprachen der Neuerungen mit Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Geschäftsführung

Nach der Auswahl erfolgte die Schulung aller beteiligten Mitarbeiter am neuen System, die Anpassung an den hauseigenen Standards und die Anbindung an die vorhandenen Systeme.

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Ergebnis

Der Zeitaufwand von der Konstruktion zum Erhalt einer bestellbaren Baugruppe wurde drastisch verkürzt. Viele langweilige und fehleranfällige Arbeiten entfallen. Alle wiederkehrenden Arbeiten ohne menschliches Eingreifen wurden in automatisierte Workflows ausgelagert. Über einfache dropdown Menüs existieren nun Standards zur Benennung von Teilen und zur Kategorisierung in das hauseigene technische Ordnungssystem.

Michael Stangl

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Michael Stangl
Geschäftsführer